Label-Kunde 
 
Keine Angst im Label-Dschungel
 
Güte- und Prüfzeichen, Test-Label und Umweltzeichen – Label sind ein wichtiges Informationsinstrument für Verbraucher. Auf welche sollte man aber beim Spielzeugkauf achten?
 
Der Markt für Prüf- und Regionalzeichen, Preisen, Zertifizierungen oder selbst kreierten Hersteller-Labels boomt. Mehr als 1.000 verschiedene Kennzeichnungen prangen auf nahezu aller Art von Produkten oder Dienstleistungen. Ob Fair Trade gehandelter Bohnenkaffee oder ökologisch korrekte Fernreise, ob zertifizierter Fernseher oder umweltfreundlich hergestelltes Holzspielzeug, kaum noch ein Produkt, das nicht mindestens ein „Zeichen“ aufweist. Gewöhnlich finden sich sogar mehrere Signets auf ein und demselben Produkt. Hinzu kommen weitere Signets, die für Managementstandards oder das soziale Engagement eines Unternehmens stehen. Damit steigt das Bedürfnis des Verbrauchers nach Prüfzeichen und Labeln, die ihm bei der Wahl des richtigen Produktes zuverlässige Orientierung bieten.
 
Die Spielzeugbranche verfügt mit ihrer hohen Reglementierungsdichte über eine Handvoll von Kennzeichnungen und Warnhinweisen, die dem Konsumenten genau das bieten. Dabei ist aber Kennzeichnung nicht gleich Kennzeichnung. Während das CE-Kennzeichen verpflichtend ist, gilt das für eine Kennzeichnung wie „spiel gut“ nicht. Grob kann man die für die Spielzeug relevanten Zeichen nach Prüfzeichen, wie sie etwa der TÜV mit GS vergibt, nach Gütezeichen (RAL mit Blauer Engel), nach Test-Labels (Stiftung Warentest, Spiel Gut), Umweltzeichen (FSC, Oeko-Tex) und unternehmenseigenen Labeln (Goldtaler bei Spiel & Spass, ICTI) differenzieren. Je nach Ausrichtung stehen mal sicherheitsrelevante, pädagogische, gesundheitliche, soziale oder ökologische Aspekt im Vordergrund. Generell gilt für alle diese Label, dass sie auf die besondere Qualität der Produkte hinweisen wollen.
 
 
Die wichtigsten Label beim Spielzeugkauf:
 
 
Blauer Engel – das Umweltzeichen
Der Blauer Engel, 1978 eingeführt, ist das älteste Umweltzeichen der Welt und nach eigenen Angaben das „objektive und neutrale Umweltzeichen“. Hinter dem Blauen Engel stehen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die Jury Umweltzeichen, die RAL gGmbH, die das Zeichen vergibt und das Umweltbundesamt. In die Jury Umweltzeichen werden Vertreter aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, Industrie und Handel, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Bundesländern berufen. Insgesamt sind derzeit ca. 11.500 Produkte mit dem Blauen Engel gekennzeichnet. Der Blaue Engel soll bald auch aus (Holz-)Spielzeug zu finden sein, das schadstoff- und emissionsarm ist. Bis dato ist noch kein Spielzeug mit dem Blauen Engel im Markt.
 
spiel gut – Förderung des guten Spielzeugs
Seit 1954 bewertet der Arbeitsausschuss Kinderspiel + Spielzeug e.V. aus Ulm Spielzeug. Der Ausschuss besteht aus etwa 40 Fachleuten aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Medizin, Technik, Design, Umweltschutz und anderen Berufsgruppen. Die ehrenamtlichen Experten prüfen allerdings nicht, ob das Spielzeug die EU-Normen tatsächlich einhält. Sie führen keine chemischen oder physikalisch-mechanischen Tests durch. Für die Prüfung reicht allein das CE-Zeichen. Der von der Spielzeugindustrie unabhängige spiel gut-Ausschuss prüft in erster Linie die „pädagogische Qualität“ von Spielzeug, um das „gute Spielzeug“ zu fördern. Wichtige Kriterien sind Spielmöglichkeiten, Umwelterfahrungen, Haltbarkeit, Form und Farbe sowie Angemessenheit des Materials.
 
CE – Erfüllung von europäischen Mindeststandards
Das CE-Zeichen ist kein Gütesiegel, sondern eine Konformitätserklärung. Mit dem Zeichen erklärt der Inverkehrbringer eines Produktes in Eigenverantwortung, dass er die einschlägigen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der EU-Richtlinien einhält. Der Hersteller bringt das Zeichen selber auf sein Produkt an. Für Spielzeug gilt primär die EU Richtlinie 2009/48/EG, die im Juli 2011 in Kraft trat. Das Zeichen wurde 1993 eingeführt.
 
GS-Zeichen – Geprüfte Sicherheit
Das GS-Zeichen wurde 1977 eingeführt und steht für geprüfte Sicherheit. Das Zeichen wird von unabhängigen Prüfinstituten wie dem TÜV vergeben und es ist nur in Kombination mit einem solchen Institut zu finden. Die Überprüfung eines Spielzeugs erfolgt allerdings freiwillig und muss von den Herstellern bezahlt werden. Zum Teil gehen die Tests weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Das GS-Zeichen prüft zwar, ob ein Spielzeug sicher ist, es sagt aber nichts darüber aus, ob das Spielzeug auch sinnvoll ist. Gleichwohl hat sich GS zu einem Qualitätszeichen entwickelt.
 
FSC – Für den Wald
Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine unabhängige, gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisation, die 1993 gegründet wurde und auf den Umweltgipfel von Rio zurückgeht. In Deutschland gibt es etwa derzeit mehr als 1600 FSC-Zertifikate im weiterverarbeitenden Sektor, u.a im Holzspielzeugbereich. Ziel des FSC ist es, zu einem verantwortlichen Umgang mit den globalen Wäldern beizutragen.
 
Spendentaler – Verantwortung wahrnehmen
Seit ungefähr drei Jahren ergänzt eine symbolische Münze die Eigenmarke von Spiel & Spass, mit der das Unternehmen sein soziales Engagement in Lateinamerika dokumentiert. Jährlich werden mit „Fun Company“ gut 15.000 € gesammelt und in Bildungsprojekte (Aufbau von Schulen, Vergabe von Stipendien) gesteckt. Dabei arbeitet das Unternehmen mit der Ordensgemeinschaft der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel in Heiligenstadt zusammen. Die Anforderungen an die Produktqualität der Handelsmarke sowie an die Sozial- und Umweltstandards übersteigen nicht selten die Norm großer Herstellermarken.